Kraški Ovčar

Rassestandard

 

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FCI - Standard Nr. 278 / 22. 02. 2002

 

URSPRUNG : Slowenien.

 

 

VERWENDUNG : Der Kraski Ovcar ist ein vorzüglicher Hirtenhund und ein guter Wächter. Heute wird er mehr und mehr als Wach- und Schutzhund eingesetzt. Obwohl er in letzter Zeit vor allem als Familienhund dient, bleibt er nichtsdestoweniger ein vollkommener Herdenschutzhund.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 

Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen.

Sektion 2.2 Molossoide, Berghunde.

Ohne Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Kraski Ovcar ist eine Rasse, die seit Jahrhunderten besteht und zur Gruppe der Molosser zählt. Wahrscheinlich folgte er dem Stamm der Illyrer auf dessen Wanderung durch Istrien und die dalmatischen Inseln und wurde im Gebiet des slowenischen Karstgebirges heimisch. Die erste schriftliche Erwähnung der Rasse findet sich 1689 im Buch des Baron Janez Vajkart Valvasor "La gloire du duché de Carniole" (Der Ruhm des Herzogtums Carniole" - d.Übers.). Die Rasse und ihr Standard wurden von der Generalversammlung der F.C.I. am 2.Juni 1939 in Stockholm unter der Bezeichnung "Illyrischer Schäferhund" offiziell anerkannt. Bei der Generalversammlung der F.C.I. 1948 in Bled, Slowenien, wurde der Standard vervollständigt und die Rasse erneut anerkannt. So trug der Illyrische Schäferhund aus dem Karstgebirge bis zum 16. März 1968 denselben Namen wie der Schäferhund aus Sarplaninagebirge. Angesichts zweier Schäferhundrassen gleichen Namens entschied der jugoslawische Verband, den Hund aus dem Karstgebiet "Kraski Ovcar" und den anderen "Sarplaninac" zu nennen. Seit jenem Tage sind die beiden Rassen völlig eigenständig.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der Kraski Ovcar ist ein mittelgrosser, harmonischer, robuster Hund mit gut entwickelter Muskulatur und kräftiger Konstitution. Rute und Ohren hängen herab. Das lange, reichliche Haar ist von eisengrauer Farbe.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN : Das Verhältnis Rumpflänge zu Widerristhöhe beträgt mindestens 9 zu 8, ein bisschen länger bei den Hündinnen.

Der Schädel (13-14 cm) ist ein wenig länger als der Fang (11-12 cm).

Die Schädelbreite (13-14 cm) entspricht der Schädellänge.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Von gutmütigem Wesen, mutig und wachsam, ohne bissig zu sein; seinem Herrn sehr ergeben; von mäßig lebhaftem Temperament. Als unbestechlicher Wächter ist er Fremden gegenüber mißtrauisch. Er ist ein angenehmer und gehorsamer Begleithund, bewahrt aber bei allem eine starke Eigenständigkeit.

 

KOPF : Von angenehmer Erscheinung, obwohl im Vergleich zum Körper verhältnismässig gross. Er darf weder fein noch grob erscheinen. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Nasenrücken sind leicht konvergent. Von oben betrachtet ist der Kopf im Bereich der Ohren breit und verjüngt sich unmerklich zur Nase hin. In der Seitenansicht ist er hoch und abgerundet. Vom Hinterhaupthöcker bis zum Nasenschwammende misst die Kopflänge 24 bis 26 cm. Der Schädel ist ein wenig länger als der Fang.

 

OBERKOPF :

Schädel : Recht entwickelt, trocken, mit feinen Muskeln; sein Profil ist leicht konvex; er ist von allen Seiten betrachtet abgerundet. Im Bereich der Ohren entspricht seine Breite der Schädellänge. Die Augenbrauenbogen sind mässig betont; mässige Stirnfurche; die Scheitelleiste verläuft leicht konvex, ohne das Hinterhauptkamm zu betonen.

Stop : Wenig betont, ohne harten Übergang.

 

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Schwarz, breit, gut entwickelt, etwas hervortretend.

Fang : Von mittlerer Länge, breit und am Ansatz hoch; er verjüngt sich allmählich zur Nase hin. Nasenrücken breit und gerade.

Lefzen : Dick, straff, gut anliegend, ohne Taschenbildung; schwarz pigmentiert.

Kiefer / Zähne : Vollständiges Gebiss; Zähne kräftig, insbesondere die Schneidezähne; Scherengebiss.

Backen : Seitlich ein wenig hervortretend; kräftig aber nicht stark entwickelt.

Augen : Mässig auseinanderstehend; weder tiefliegend noch hervortretend; mandelförmig; kastanien- bis dunkelbraun; frei, ruhig und sicher im Ausdruck, wegen der schwarz pigmentierten Lider beinahe melancholisch.

Ohren : Mässig hoch angesetzt; sie sind von mittlerer Länge, ihre Spitze reicht bis zum Augenwinkel; sie fallen flach, v-förmig gegen die Wangen; die Vorderränder sind nach aussen gefaltet.

 

HALS : Breit, dick, muskulös; im Querschnitt oval; oberes Profil gerade oder leicht gebogen; das untere Profil gerade; mässig lang (ca. 25 cm); er ist tief zwischen den Schultern verankert und mit kräftiger Muskulatur an Kopf und Körper angesetzt; dicke, anliegende Haut, ohne Wamme; dichtes Fell aus langen Haaren, die dicken Kragen und Mähne bilden, so dass der Hals kürzer und kräftiger aussieht als er es ist; stolz, leicht aufrecht getragen.

 

KÖRPER :

Gesamtansicht : Gut entwickelt, von mittlerer Länge, lange Thoraxregion.

Obere Profillinie : Gerade, waagrecht oder leicht schräg.

Widerrist : Lang; mittelhoch; von angemessener Breite und gut an den Hals gefügt.

Rücken : Gerade; von mittlerer Länge; muskulös und breit.

Lenden : Lendenregion etwas kurz; sehr muskulös und breit.

Kruppe : Von mittlerer Länge; breit; sehr muskulös; zum Rutenansatz hin leicht abfallend.

Brust : Gut entwickelt und gut herabreichend; in Länge und Breite geräumig; breite, flache, mässig gewölbte Rippen; gut entwickelte Vorbrust mit ziemlich abgerundeter Brustbeinspitze; Länge 25 bis 28 cm; Umfang 70 bis 78 cm.

Untere Profillinie und Bauch : Leicht ansteigender und aufgezogener Bauch; straff; kurze, mässig aufgezogene Flanken.

 

RUTE : Solide mit dem Körper verbunden; am Ansatz breit; in Normalstellung ist sie säbelförmig, ihre Spitze bildet oft einen leichten Haken; sie ist von mittlerer Länge und muss mindestens bis zum Sprunggelenk reichen; buschig mit langen Haaren besetzt, jedoch ohne Fahne; beim aufmerksamen Hund oder in der Bewegung steigt die Rute bis auf Rückenniveau oder leicht darüber; in Ruhestellung wird sie tief getragen.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND : Von vorn und im Profil gerade; die verschiedenen Teile des Gangwerks sind sehr harmonisch miteinander verbunden.

Schultern : Schulterblatt von mittlerer Länge; breit; schräg; gut bemuskelt und eng am Körper anliegend; der Winkel Schulterblatt/Oberarmbein ist beinahe rechtwinklig.

Oberarm : Relativ lang; schräger als das Schulterblatt; kräftige Muskulatur; gut am Körper anliegend.

Ellenbogen : Nicht zu offene Winkelung zwischen Oberarmbein und Speiche; der gut am Körper liegende Ellbogen muss sich mindestens auf Brustbeinhöhe befinden.

Unterarm : Ausreichend lang; gerade; kräftig in Knochenbau und Muskulatur.

Vorderfusswurzelgelenk : Kräftig; gut mit dem Unterarm wie auch mit dem Vordermittelfuss verbunden.

Vordermittelfuss : Breit, mässig lang; schräg.

Vorderpfoten : Gut auf den Rumpf abgestimmte Grösse; ihre Form ist oval bis rund; geschlossene und gewölbte Zehen; Nägel dunkel pigmentiert; Ballen sind ausreichend dick, schwarz oder dunkel pigmentiert.

 

 

HINTERHAND :

Allgemeines : Gut proportioniert; von hinten betrachtet gerade; harmonisch zu den anderen Körperregionen passend. Aus der Seitenansicht sind die Winkelungen ausreichend geschlossen.

Oberschenkel : Ausreichend geschlossener Winkel zwischen Hüft- und Oberschenkelbein; lange, breite, gut bemuskelte und gut aufgefüllte Oberschenkel.

Knie : Leicht offener Winkel zwischen Oberschenkel- und Schienbein; kräftiges Knie mit fester Kniescheibe.

Unterschenkel : Mässig lang; schräggestellt; kräftig.

Sprunggelenk : Fest und mässig offen.

Hintermittelfuss : Kräftig, kurz und gerade; etwaige Afterkrallen müssen entfernt sein.

Hinterpfoten : Wie die Vorderen.

 

GANGWERK : Harmonisch, elastisch mit gut koordinierten Bewegungen; die bevorzugte und eleganteste Gangart ist der Trab; der Galopp mit weiten Sprüngen ist weniger elegant.

 

HAUT : Dick, fest, elastisch, anliegend, ohne Falten; dunkle Pigmentierung; innere und äussere Schleimhäute schwarz pigmentiert.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Sehr dicht, lang, glatt mit reichlich Unterwolle. Der Kopf, der Vorderrand der Ohren und die Vorderseite der Gliedmassen tragen kurzes Haar. Der hintere Rand der Ohren besitzt längeres und weicheres Haar. In seinem oberen Teil zeigt der Hals langes, steifes und sehr buschiges Haar, welches eine Mähne ausbildet; in seinem unteren Teil ist das Haar länger und weicher und bildet einen Kragen, der am Halsansatz erweitert ist. Rumpf und Bauch tragen langes Haar, welches am Bauch weniger hart ist. Die gleichmässig buschige Rute bildet keine Fahne aus. Auf der Rückseite der vorderen Gliedmassen bildet das lange und sehr weiche Haar Federn. Auf der Rückseite der hinteren Gliedmassen ist das Haar noch länger und buschiger und bildet Hosen. Das Deckhaar ist mindestens 10 cm lang.

 

FARBE : Eisengrau; vor allem auf dem Widerrist bevorzugt man eine dunkle Tönung; zu den Läufen und dem Bauch hin geht die Farbe ohne sichtbare Abstufung in ein helles Grau oder Sandfarben mit dunkelgrauer Stromung an der Vorderseite der Gliedmassen über.

Die dunkle Maske von der Nase erweitert sich zum Kopf. Hinter dem Kopf ist sie umrandet von grauem Fell, sandfarben bis Sandfarbe mit Russ.

 

GRÖSSE UND GEWICHT :

Widerristhöhe :

Rüden : 57 bis 63 cm (Idealgrösse 60cm).

Hündinnen : 54 bis 60 cm (Idealgrösse 57 cm).

Nach oben wird eine Abweichung von 2 cm toleriert, hat aber negativen Einfluss auf die Gesamtbeurteilung des Hundes.

 

Gewicht :

Rüden : 30 bis 42 kg.

Hündinnen: 25 bis 37 kg.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

 

LEICHTE FEHLER :

bulletKleine Mängel der allgemeinen Konstruktion.
bulletEtwas kleiner, schmaler, langer oder ungenügend hoher Kopf.
bulletKaum sichtbarer Stop.
bulletBetonte Augenbrauenbogen.
bulletZu wenig oder zu stark aufgefüllte Wangen.
bulletUngenügend entwickelte Kiefer.
bulletSchlaffe Lefzen.
bulletZu hoch oder zu tief angesetztes oder ungenügend an den Wangen anliegendes Ohr.
bulletZu stark geöffnete, zu helle oder nicht genügend weit voneinander eingesetzte Augen.
bulletWamme.
bulletLeicht eingesenkter Rücken, leicht überhöhte oder abgeschlagene Kruppe.
bulletEnge, nicht genügend hinabreichende oder tonnenförmige Brust, enge Vorbrust.
bulletZu kurze Rute.
bulletLeicht fehlerhafte Gliedmassen, offene Zehen, Hasenpfoten.
bulletFaltige oder hell pigmentierte Haut. Fehlen von Stirnfalte.
bulletUnzureichende Pigmentierung der sichtbaren Schleimhäute, der Augenlidhaut und des Nasenschwamms.
bulletUngenügend langes Haar.
bulletKleines weisses Brustabzeichen, fehlende Maske.

 

SCHWERE FEHLER :

bulletSchwere Mängel der allgemeinen Konstruktion.
bulletQuadratischer Körperumriss.
bulletSchmaler, zu leichter oder zu grober Kopf.
bulletZu ausgeprägter Stop.
bulletZu spitzer oder zu langer Fang.
bulletZähne : Zangengebiss, unregelmässiger Stand der Schneidezähne, untere Fangzähne vor den oberen stehend.
bulletHelles Auge.
bulletStehohren.
bulletEingesenkter Rücken, deutlich überhöhte Kruppe.
bulletKorkenzieherrute oder eingerollte Rute.
bulletDeutliches Trampeln der hinteren Gliedmassen.
bulletSteifes Gangwerk der hinteren Gliedmassen.
bulletWeiches und gewelltes Haar.
bulletHelle Pigmentierung der Schleimhäute, des Nasenschwamms und der Augenlider.
bulletMehr als 2 cm breiter und mehr als 10 cm langer weisser Brustfleck.

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

 

bulletÄngstliche oder aggressive Hunde.
bulletÜbermässige Disproportionen zwischen den verschiedenen Körperregionen.
bulletUnterschreitung der im Standard genannten Minimalgrösse.
bulletIm Verhältnis zum Körper zu grosser Kopf.
bulletUnvollständiges Gebiss; Vor- oder Rückbiss.
bulletDeutlich enger oder weiter (fassbeiniger) Stand.
bulletSehr kurze Rute oder Stummelrute.
bulletSchleimhäute, Nasenschwamm oder Lider depigmentiert.
bulletJede andere Farbe als Grau, welches zumindest hell sein muss; zwei- oder mehrfarbige Tiefe; sehr deutliche Abgrenzung zwischen den Grautönen; weisse Flecken auf Brust oder Hals von mehr als 2 cm Breite und 10 cm Länge.

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

 

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Stand: 30. July 2015